Was die Rechtschutzversicherung zahlt und was nicht

Geschrieben von Anett B. am 9. Mai 2012

Fast ein Viertel der Deutschen verfügt heute über eine Rechtsschutzversicherung. Doch die wenigsten wissen, wann diese tatsächlich hilft. Es gibt nämlich viele Bereiche, in denen die klassische Rechtsschutzversicherung ihre Leistung verweigern oder zumindest stark einschränken kann. Damit sich Verbraucher in diesem Dschungel aus Ein- und Ausschlüssen zurechtfinden, im Folgenden eine kleine Übersicht.

In diesen Fällen gehen Versicherte leer aus

Wer sich im Bereich des Hausbaus streitet, der muss davon ausgehen, dass die Rechtsschutzversicherung dafür nicht aufkommt. Generell ausgeschlossen sind Streitigkeiten über Unterhalt. Aber auch im Familien- und Erbrecht werden Rechtsschutzversicherungen nur äußerst selten aktiv.

Wird der Bankberater wegen einer falschen Beratung zur Geldanlage verklagt, muss der Kläger die Kosten in der Regel aus eigener Tasche zahlen. Die Rechtsschutzversicherung kommt hierfür nicht auf. Gleiches gilt, wenn es um Urheberrechtsverletzungen geht. Wer also ein Musikstück illegal aus dem Internet herunterlädt, kann bei einer Klage nicht mit Unterstützung durch die Rechtsschutzversicherung rechnen. Grundsätzlich ausgeschlossen sind auch Straftaten, insbesondere vorsätzlich begangene Taten.

Wann zahlt die Rechtsschutzversicherung

Es gibt aber auch viele Bereiche, in denen die Rechtsschutzversicherung anstandslos zahlt. Voraussetzung dafür ist aber meist eine gewisse Aussicht auf Erfolg. Im Steuerrecht werden die Verfahrenskosten für Auseinandersetzungen mit dem Fiskus übernommen. Auch bei Streitigkeiten mit der Agentur für Arbeit oder der Arge, mit der Krankenkasse und anderen sozialen Trägern springt die Rechtsschutzversicherung in aller Regel ein.

Weiterhin übernommen wird das Vertragsrecht, wenn es also um strittige Verträge geht. Das Mietrecht ist in der Mietrechtsschutzversicherung oder einer aus mehreren Bausteinen bestehenden privaten Rechtsschutzversicherung enthalten. So können sich Mieter gegen ihren Vermieter zur Wehr setzen. Für Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, etwa aufgrund einer unberechtigten Kündigung, tritt die Rechtsschutzversicherung ein, wenn der Arbeitsrechtsschutz mit eingeschlossen ist. Kommt es zu Streitigkeiten mit der Verkehrsbehörde, ist die Verkehrsrechtsschutz der richtige Ansprechpartner für die Kostenübernahme.

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