Rechtsschutzversicherung muss für Ersatzanwalt aufkommen

Geschrieben von Jessica Schnell am 3. April 2012

Ein kurioser Fall wurde vor dem Landgericht Köln verhandelt. Es ging dabei um einen Mann, der einen Rechtsanwalt mit seiner Vertretung beauftragt hatte. Die Rechtsschutzversicherung hatte ihm dazu Kostenerstattung zugesagt.

So weit, so gut. Wäre nicht der Rechtsanwalt im Laufe des Prozesses erkrankt. Denn er litt an Depressionen. Seine Erkrankung war sogar so schlimm, dass ihm die Ärzte dazu rieten, sein Mandat niederzulegen. Das tat der Rechtsanwalt dann auch und der Kläger musste sich einen neuen Anwalt suchen. Das war leicht getan, denn ein anderer Anwalt übernahm die Kanzlei. Doch die Rechtsschutzversicherung wollte nun nicht mehr für die Kosten aufkommen, da in den Bedingungen steht, dass die Kosten eines Rechtsanwalts übernommen werden. Der Kläger musste nun also auch noch auf Kostenübernahme klagen.

Das Landgericht Köln entschied für den Kläger. Denn der Anwalt hatte sein Mandat nicht aus Gründen niedergelegt, die etwas mit der Person des Klägers zu tun hatten, sondern schlichtweg aus gesundheitlichen Gründen. Er war einfach nicht mehr in der Lage, seinen Beruf auszuüben. Aus diesem Grund war ein Anwaltswechsel notwendig geworden und die Kosten dafür müssen dem Kläger von der Rechtsschutzversicherung erstattet werden.

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