Rechtsschutzversicherung: Kleingedrucktes und Kosten

Geschrieben von Jessica Schnell am 27. Januar 2012

Den Statistiken zufolge haben sich im letzten Jahr nochmals mehr Kläger vor Gericht eingefunden, als in den Jahren zuvor. Aus diesem Grund wird einmal mehr dazu geraten, sich mit einer Rechtsschutzversicherung gegen die finanziellen Folgen eines Rechtsstreits abzusichern. Dabei sind aber einige wichtige Klauseln zu beachten, die sich einerseits auf die Deckungszusage der Versicherung auswirken, andererseits aber auch deutlich die Kosten senken können.

Wer vorsätzlich handelt, jemand anderem also schuldhaft Schaden zufügt, für den wird es keine Rechtsschutzversicherung geben, die die Kosten eines Rechtsstreits übernimmt. Auch dann, wenn das Gericht eine vorsätzliche Tat nachweist, können die Rechtsschutzversicherungen nachträglich ihre Kostenzusage zurücknehmen.

Hinsichtlich der Kosten gibt es gute Möglichkeiten, einen Dämpfer aufzusetzen. Wichtig ist es, sich gut zu überlegen, für welche Bereiche man einen Rechtsschutz benötigt. Denn eine universelle Versicherung gibt es nicht, es werden immer nur Teilbereiche abgedeckt. Ein Eigenheimbesitzer beispielsweise benötigt keine Rechtsschutzversicherung für Mietstreitigkeiten, ein Außendienstler hingegen sollte sich eine Rechtsschutzversicherung in Sachen Verkehrsrecht zulegen. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind die eigenen Lebensumstände, die dabei genau betrachtet werden sollten.

Ferner sollte man sich bewusst sein, dass selbst dann, wenn eine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt, manche Kosten ausgeschlossen sein können. Meist reicht die Deckung höchstens für zwei Instanzen, Klagen vor dem Bundesgerichtshof oder dem Europäischen Gerichtshof werden gar nicht übernommen. Auch ist eine vorherige Beratung bei einem Rechtsanwalt nicht immer Bestandteil der Versicherung. Manche zahlen erst dann, wenn es zu einem Streit vor Gericht kommt.

Eine letzte gute Möglichkeit, an der Preisschraube der Rechtsschutzversicherung zu drehen, ist es, einen Selbstbehalt zu vereinbaren. Denn damit können die jährlichen Kosten deutlich nach unten gefahren werden.


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