Rechtsschutzversicherung im Test

Geschrieben von Anett B. am 27. Januar 2012

Finanztest hat insgesamt 54 Rechtsschutzversicherungen unter die Lupe genommen und meldet ein positives Testergebnis. Insgesamt waren es fast die Hälfte der geprüften Angebote, die die Gesamtnote Gut erreichten. Damit zeigt sich, dass die Rechtsschutzversicherung für Verbraucher wieder mehr gute Tarife bietet. Zu den besten Tarifen laut Finanztest gehörten:

•    Premium-Tarif der DAS
•    Rundum Sorglos Tarif der HDI Direkt
•    Rundum Sorglos Tarif der HDI-Gerling

Alle drei Testsieger kosteten jährlich zwischen 342 und 403 Euro pro Jahr, beinhalteten dafür aber auch alle Rechtsschutzbausteine. Angefangen beim Privatrechtsschutz und Berufs-, über den Verkehrsrechtsschutz bis hin zum Mieterrechtsschutz waren die einzelnen Bausteine in den Tarifen enthalten. Tarife, die minimal schlechter im Test abschnitten, wurden aber immer noch positiv bewertet, denn sie kosteten gleich um die 100 Euro weniger pro Jahr. Außerdem rät Finanztest dazu, einzelne Bausteine abzuschließen, wenn das Gesamtpaket nicht benötigt wird. So sind etwa Verkehrs- oder Mietrechtsschutz einzeln erhältlich und kosten jährlich weniger als 100 Euro.

Kostenerstattung schon vor dem Gerichtstermin

Eines der wichtigsten Ergebnisse im Test war das, dass sehr gute Angebote der Versicherer eine Kostenerstattung nicht erst dann vornehmen, wenn der Fall bereits vor Gericht vorliegt. In vielen Tarifen können auch schon die Kosten für eine Erstberatung durch den Anwalt erstattet werden. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Anwalt nur einen Widerspruch einlegen muss und die Sache dann im Sande verläuft.

Ausnahmen berücksichtigen

Wichtig für potenzielle Kunden einer Rechtsschutzversicherung ist es, sich mit den Ausnahmen zu befassen, die gelten. So schließen viele Versicherer etwa die Kostenübernahme für eine Falschberatung der Bank bei Vermögensanlagen aus. Das ist allerdings so nicht mehr rechtens, wie jetzt ein Urteil des Oberlandesgerichts München bestätigt. Das Urteil vom 22.09.2011, einsehbar unter dem Aktenzeichen 29 U 589/11, besagt, dass die Klauseln zum Ausschluss dieser Leistungen unverständlich für Kunden und damit nicht rechtens seien.

Generell ausgeschlossen ist überdies, dass für Streitigkeiten aufgekommen wird, die bei Abschluss der Versicherung bereits absehbar waren. Wer also einen drohenden Rechtsstreit aufkommen sieht, kann nicht noch schnell die Rechtsschutzversicherung abschließen, da diese nur für Streitigkeiten einspringt, welche nach Abschluss der Versicherung, meist noch nach einer Wartezeit entstehen.

Partneranwälte sind günstiger

Die Rechtsschutzversicherungen arbeiten oft mit ausgewiesenen Partneranwälten zusammen. Zu diesen wollen sie natürlich auch ihre Kunden bringen und da wird unter anderem damit geworben, dass die Versicherung auf einen vereinbarten Selbstbeteiligung verzichtet, wenn der Mandant genau den Partneranwalt besucht. Allerdings warnt Finanztest davor, sich von Vergünstigungen blenden zu lassen. Wer schon einen guten Anwalt hat, dem er vertraut, sollte auch durch Vergünstigungen nicht von diesem weggehen.

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