Fehlerhafte Anlageberatung: Rechtsschutzversicherung hilft

Geschrieben von Anett B. am 18. November 2011

Am 15.11.2011 erging ein wegweisendes Urteil durch das Landgericht Lüneburg. Im zugrunde liegenden Fall ging es um eine Anlageberatung, die unter anderem auch Beteiligungen an den Victory Medienfonds vertrieben hatte.

Der hier verhandelte Fall befasste sich mit einem Anleger, dem in den Jahren 1999 und 2000 zwei dieser Anlagen vermittelt wurden. Die Rechtsanwälte, die den Anleger vertraten, gaben an, dass die Prospekte der Fonds fehlerhaft seien. Dieser Ansicht folgte das Landgericht bereits in der mündlichen Verhandlung.

Fehlerhafte Prospekte kehren Beweislast um

Aus diesem Grund sei es Sache des Anlagevermittlers, zu beweisen, dass die Prospekte korrigiert oder ergänzt worden seien. Der Anleger selbst trägt hierbei keine Beweislast. Aufgrund des Urteils könne man laut dem Rechtsanwalt des Klägers davon ausgehen, dass auch viele andere Kapitalanleger von dieser Rechtsprechung profitieren könnten. Anleger könnten somit Schadenersatz gegenüber dem Anlagevermittler geltend machen.

Verjährung droht

Für alle Anlagen, die vor dem Jahr 2002 abgeschlossen wurden, droht aber die Verjährung. Sie setzt endgültig mit dem 31.12.2011 ein. Anleger, die geprellt wurden, sind deshalb aufgerufen, eilig zu handeln, wenn sie ihren Schaden begrenzen wollen.

Als verjährungshemmende Maßnahmen gelten dabei Klagen vor Gericht, aber auch andere Vorgehensweisen. In jedem Fall sollten sich betroffene Kapitalanleger an einen guten Rechtsanwalt wenden, der sich in diesem Bereich spezialisiert hat. Er kann ihnen Möglichkeiten aufzeigen, um gegen die fehlerhafte Anlageberatung vorzugehen. Weiterhin kann er überprüfen, ob im Einzelfall eine Chance auf Schadenersatz besteht oder nicht und die notwendigen Schritte einleiten.

Wie der Schadenersatz aussieht

Der Schadenersatz würde sich in einem solchen Fall nicht zwangsweise in Zahlungen an die Kläger ausdrücken. Vielmehr ginge es darum, den Beteiligungserwerb vollständig rückabzuwickeln. Dadurch könnten Anleger die Beteiligung am Victory Medienfonds wieder auflösen, die Risiken, die mit dem Fonds einhergehen, wären damit beseitigt. So sei das Geld gerettet, erklären die Anwälte.

Allerdings weisen sie auch daraufhin, dass jetzt Eile geboten ist. Wer sich selbst dem Problem einer falschen Anlageberatung gegenüber sieht und nach Möglichkeiten sucht, seine Risiken zu minimieren, der sollte jetzt einen Anwalt aufsuchen. Im Übrigen hilft bei einem anstehenden Prozess auch eine bestehende Rechtsschutzversicherung weiter. Sie kann ebenfalls spezialisierte Anwälte empfehlen, die sich in diesem Bereich besonders gut auskennen. Um die Eile der Lage zu verdeutlichen und ein möglichst schnelles Vorgehen zu erreichen, sollten die Verbraucher den gewählten Rechtsanwalt auf die bestehende Rechtsschutzversicherung hinweisen, aber sich auch auf das Urteil des Lüneburger Landgerichts berufen. Dann haben sie die besten Chancen, sich noch vor Ablauf der Verjährungsfrist von den Risiken zu befreien.


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